Projekt
Uirapurú
Rondonia
   
UIRAPURU - ein Hilfsprojekt für Indigene Amazoniens
   

Rondonia- Report 1997

Projektstart
- Der 1993 in Deutschland gegründete Verein ,, UIRAPURÜ - Brücke nach Amazonien" hat sich Ende 1996 aufgelöst, zugunsten der brasilianischen Organisation ,,Associacao UIRAPURU in Rondonia. ARA e. V. (Bielefeld) übernahm die formale Vertretung von UIRAPURU in Deutschland. Für die künftige finanzielle Unterstützung besteht bei der Sparkasse Bielefeld ein Sonderkonto (ARA-UIRAPURU: Konto 722 235 48, BLZ 480 501 61).
Die beiden Gründer von UIRAPURU, Sandrinha Barbosa und Hubert Groß, setzen nun in Associacao UIRAPURU ihre Arbeit fort. Hubert Groß obliegt die Gesamtkoordination des Projektes "Gesundheitsvorsorge, Umweltbildung und ökonomische Beratung indigener Völker in Rondonia, Brasilien". Ziel des Projektes ist es, Gesundheitshelfer aus indigenen Gemeinschaften in traditioneller und westlicher Basismedizin auszubilden.

Die Finanzen - Die Projektkosten für den Zeitraum 1997/98 liegen bei annähernd 300 000 DM. Der von ARA und dem Bund für Naturvölker aufzubringende Eigenanteil beträgt 75 000 DM - dafür wird jede Spende gebraucht.
Ende 1996 gewährte das brandenburgische Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung einen Zuschuß in Höhe von rund 17.000DM

Büroeröffnung - Über vierzig Gäste waren am Nachmittag des 21. 7. 1997 gekommen, um gemeinsam mit den Mitarbeitern der brasilianischen Organisation Associacao UIRAPURU die Eröffnung ihres Büros in Porto Velho zu feiern. Unter ihnen waren Kaziken und Indios der Karitiana, der Kassupa und der Tenharim; Vertreter der Landlosenbewegung, der Indigenenorganisation GUNPIR und der Presse. Das innen und außen frisch renovierte Haus bietet Platz für Büro- und Laborarbeiten, für Beratungen, Übernachtungen von Gästen und fürs Archiv.

Kurs für Gesundheitshelfer - Mitarbeiter der Associacao UIRAPURU haben einen dreimonatigen Kurs für Gesundheitshelfer beim Volk der Tenharim in Marmelo begonnen (Bundesstaat Amazonas).
Auf dem Ausbildungsprogramm stehen Ursachen für Erkrankungen, Fragen der Hygiene und Ernährung und die Ausbildung am Mikroskop, damit die Gesundheitshelfer künftig u. a. Malaria selbst diagnostizieren können. Die Bewohner von Marmelo sollen auf Parasitenbefall untersucht und bei Bedarf behandelt werden. Am Gesundheitskurs nehmen auch Tenharim aus den entfernt gelgenen Dörfern Estiräo und lgarapé Preto teil. Auch Vertreter der indigenen Völker Tora, Mura Piraha und Diahoi sind eingeladen.

Verzweifelte Gegenwehr - Die Uru-eu-wauwau haben 15 Familien, die illegal in ihr Gebiet eingedrungen sind, gefangengenommen. Die Indios hatten auf ihrer letzten Vollversammlung entschieden, die Untätigkeit der verantwortlichen Regierungsstellen nicht länger hinzunehmen.


Rondonia- Report 1998

Kaum noch Edelhölzer - Holzhändler aus Cacoal und Umgebung melden den Rückgang ihrer Gewinne; das südliche Rondonia ist weiträumig abgeholzt. Der weitere Betrieb der Sägewerke ist laut AMIR (Organisation der Holzindustrie Rondonias) bereits gefährdet. Malaria in Marmelo - Im Januar 1998 erkrankten 70 Einwohner Marmelos, des Hauptdorfes der Tenharim, an Malaria. Die lndianerbehörde FUNAI verließ ausgerechnet zu dieser Zeit ihren Posten, zog die Krankenschwester ab und stellte keine Medikamente mehr bereit. Allein den Mitarbeitern der Associacao UIRAPURU und den ausgebildeten Gesundheitshelfern der Tenharim ist es zu danken, dass niemand gestorben ist. Kwaha, der Kazike der Tenharim, überlebte eine Malaria nur knapp.

Neues Fahrzeug
- Die Associacao UIRAPURU konnte sich ein zuverlässiges Geländefahrzeug anschaffen. Typ: Toyota Hilux, Gabine Duple 94, drei Jahre jung, Kaufpreis 23 000 Reais. Spendenmittel über ARA (Bielefeld), über den Bund für Naturvölker und über die Christliche Initiative Romero (Münster) ermöglichten den Kauf.

Flammen über Amazonien - Das brasilianische Institut für Raumforschung veröffentlichte Aufzeichnungen des Satelliten Noaa/ 12. Er registrierte 2 586 Brandherde im Juni 1998, gegenüber 291 im Vorjahr; eine Zunahme um rund 790 Prozentl Die meisten Feuer loderten in Mato Grosso und Rondonia, gefolgt von den Bundesstaaten Para und Maranhao.

Studie über Indiovölker - Associacao UIRAPURU hat die Lebenssituation von 22 indianischen Völkern erkundet. Die Studie enthält Fakten zur Landrechtsfrage, Invasionen, Aktivitäten der FUNAI und der Kirche, Gesundheitsversorgung u. a. m.

Mikroskope - Das Zentrallabor des Klinikums Berlin-Buch hat zwei Mikroskope für die Malariadiagnostik und Ausbildung von Gesundheitshelfern gespendet. Bei seinem Besuch im August brachte Wolfgang Kuhlmann von ARA e. V. (Bielefeld) die Geräte nach Porto Velho mit.

Fördergelder aus Berlin und Potsdam - Die Stiftung Nord-Süd-Brücken (Berlin) hat auf Antrag des Bundes für Naturvölker Fördergelder für das Projekt UIRAPURU bereitgestellt. Sie ermöglichten Kurse zur Gesundheitsausbildung und Rechtsberatung indigener Völker im Süden des Bundesstaates Amazonas.
Auch das Brandenburgische Ministerium der Justiz und für Bundes- und Europaangelegenheiten (Potsdam) half. Es überwies Geld für den Bau von sechs Brunnen. Der Bau der Brunnen gelang in einer großen Aktion noch vor Beginn der Regenzeit. Der Schlamm hätte wenig später den Transport der Betonringe und das Ausheben der 8- 15 Meter tiefen Schächte unmöglich gemacht. Nach der Montage der Handpumpen sind die Brunnen nun einsatzbereit.
Der Kazike des Dorfes Mafui kam mit seiner Familie nach Porto Velho, um den Mitarbeitern von UIRAPURU zu danken - in Mafui und den anderen Dörfern gibt es seit dem Brunnenbau kaum noch Darmerkrankungen. Associacao UIRAPURU möchte den Dank der Indios weitergeben an die Landesregierung Brandenburgsl


 

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Viele Indiovölker beteiligten sich an den Protesten zum "Tag der Indios" in Porto Velho
Photo: Z. Lindahl

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Indigener Gesundheitshelfer bei der Malariadiagnose. Das Mikroskop wurde aus Deutschland gespendet
Photo: Gesundheitsteam der Tenharim

Rondonia hat mit einer Fläche von 243.033 Kilometern im Quadrat fast die Größe der alten Bundesrepublik. Die indigenen Gebiete bilden ein Fünftel dieser Fläche.
Der Bund für Naturvölker e.V. kontrolliert und berichtet im Bumerang regelmäßig über die mit Hilfe der Spenden erreichten Fortschritte
 

Spendenkonto:
Sparkasse Barnim, BLZ 170 520 00,
Kontonummer 312 000 4129

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